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20 Jahre ZAE: Die Angewandte Energieforschung in Bayern feiert Jubiläum

Im Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) löten, bohren und messen seit 1991 Physiker, Werkstoffwissenschaftler und Maschinenbauer. Sie entwickeln neue Funktionsstoffe und Maßnahmen zur Energieeffizienz. Neben dem Stammsitz in Würzburg gibt es zwei weitere Standorte in Erlangen und Garching bei München.

Passend zum Jubiläum wird derzeit in Würzburg mit dem Bau eines neuen Experimentiergebäudes begonnen: Das „Energy Efficiency Center“ soll nicht nur Platz für Büro- und Laborräume bieten, sondern dient auch selbst als Forschungs-Objekt. An den Wänden werden neuentwickelte Vakuum-Dämmstoffe angebracht, zur Kühlung des Gebäudes im Sommer wird ein Sorptionskühlsystem und ein Kreislauf zur Strahlungskühlung verwendet.

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Bis 2013 soll das neue Experimentiergebäude des ZAE fertiggestellt sein. (Grafik: ZAE / Lang Hugger Rampp)

Die Strahlungskühlung wird durch einen Wasserkreislauf ermöglicht, der die Abwärme aus den Laborräumen aufnimmt und zunächst in einer Regenwasser-Zisterne zwischenspeichert. Nachts wird das Wasser auf das Dach gepumpt, wo es unter anderem durch den Strahlungsaustausch mit der Atmosphäre abkühlt und über einen Filter wieder in die Zisterne eingespeist wird.

Neues Experimentiergebäude in Würzburg

„Dieser Neubau wird unsere Visitenkarte“, sagt  Professor Dr. Vladimir Dyakonov. Er ist der Vorstandsvorsitzende des ZAE Bayern und wissenschaftlicher Leiter in Würzburg. Die Nähe der Forschungseinrichtung zur Universität zeigt sich auch an seiner Person: Neben seiner Funktion am ZAE ist er Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Physik VI an der Universität Würzburg. Die drei Standorte in Bayern haben jeweils einen unterschiedlichen thematischen Schwerpunkt: Während in Garching die Technik für Energiesysteme und Erneuerbare Energien untersucht wird, beschäftigen sich die Würzburger mit Funktionsmaterialien der Energietechnik. In Erlangen liegt der Schwerpunkt auf Thermosensorik und Photovoltaik.

Das ZAE nimmt an nationalen und europäischen Forschungsprojekten teil, führt aber auch Auftragsarbeiten für die Industrie durch. Dabei handele es sich nicht nur um Neuentwicklungen, sondern auch um Produktoptimierungen, erläutert Dr. Hans-Peter Ebert, Abteilungsleiter des ZAE in Würzburg. Unter anderem werden Messungen der Wärmeleitfähigkeit oder der Transmissionseigenschaften von Produkten durchgeführt. Das ZAE stehe damit aber nicht in Konkurrenz zu Ingenieurbüros im Bauwesen oder Maschinenbau: “Wir stellen keine Energieausweise aus und bieten auch sonst keine Standard-Dienstleistungen an”, stellt er klar.

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Eine evakuierbare Zweiplattenapparatur: Damit können Wärmeleitfähigkeiten im Temperaturbereich von -200 bis +800°C gemessen werden (Foto: TJ)

Durch die so genannten Drittmittel aus Industrie- und Forschungsprojekten konnten 2009 ungefähr 4,5 Millionen Euro eingenommen werden; dazu kommt eine Grundfinanzierung von 1,9 Millionen Euro, die das Bayerische Wirtschaftsministerium jährlich bereitstellt.

Angewandte Forschung

Am ZAE Bayern sind ungefähr 180 Mitarbeiter beschäftigt, davon ein Drittel in Würzburg. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung der Forschungsprojekte sind allerdings viele Stellen befristet bzw. mit den Projekten gekoppelt: “Die Laufzeit der Forschungsprojekte ist in der Regel 3 Jahre, egal ob es sich um ein nationales oder europäisches Projekt handelt”, erklärt Dr. Ebert. Oft beteiligen sich auch Partner aus der Industrie an den Forschungsprojekten, zum Teil ist das sogar eine Voraussetzung.

Dies ist wohl auch einer der Gründe, wieso sich die Entwicklungen auf dem Markt etablieren können. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Produktentwicklung ist die Vakuumwärmedämmung. Sie kann zur energetischen Sanierung von Außenwänden benutzt werden und wird inzwischen von mehreren Herstellern angeboten. “Die Vakuumwärmedämmung hat sich auf dem Markt etabliert“, so Dr. Ebert. Auch an dem jetzigen Gebäude des ZAE in Würzburg sind die Paneele eingebaut.

Weiterführende Links:

Das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern): http://www.zae-bayern.de

Internetplattform zu evakuierten Wärmedämmungen im Bauwesen: http://www.vip-bau.de

Projektseite des “Energy Efficiency Center”: www.energy-efficiency-center.de


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