Recycling von Solarpaneelen als neue Herausforderung
Geschrieben von Christine Keil am 12/14/09 • Kategorisiert als Energie,erneuerbare Energien
Solarzellen sind heute auf einem Stand der Technik, den man sich vor dreißig Jahren noch kaum vorstellen konnte. Immer größere Solarkollektoren werden gebaut, immer mehr Strom kann damit produziert werden. Dadurch entstehen aber auch immer größere Mengen ausgedienter Sonnenkollektoren- und die müssen recycelt werden.


Die alten Module kann man aber nicht einfach wegwerfen. Die Rohstoffe dürfen teilweise nicht in die Umwelt gelangen oder sind einfach zu wertvoll. Einer der Rohstoffe die nicht in die Natur gelangen darf, ist das Schwermetall Cadmium. Gelangt dieser Stoff zum Beispiel in den Wasserkreislauf kann er sich in den Fischbeständen anreichen. Irgendwann landet er dann in unserem Körper. Grund genug die Recyclingsysteme von Solarpaneelen zu überdenken. Ein weiterer Grund ist der steigende Preis für Silizium. In jüngster Zeit herrscht ein akuter Mangel an dem Edelmetall auf dem Weltmarkt. Der Preis für das Edelmetall steigt konstant . Ohne das Silizium können keine Solarpaneele produziert werden. Sie sind der Grundbestandteil der photoelektrischen Zellen in den Modulen. Wenn der Preis für den Rohstoff steigt, steigen in der Folge auch die Preise für die Paneele. Kann man also ausrangierte Paneele möglichst vollständig und kostengünstig trennen, kann das darin enthaltene Silizium wieder verwendet werden. Der recycelte Rohstoff ist im Einkauf günstiger als neu produziertes Silizium.
Es können auch ganze Komponenten recycelt werden
Um die Solarpaneele sinvoll recyceln zu können, müssen die Bauteile aber nicht unbedingt in ihre einzelnen Ausgangsstoffe zerlegt werden. Verschiedene Hersteller tüfteln inzwischen an einem Recyclingsystem, das es erlaubt ganze Komponenten der Solarpaneele wiederzuverwerten. Voraussetzung dafür ist eine vorsichtige Behandlung der ausrangierten Paneele. Sie dürfen beim Abbau und Transport nicht viel anders behandelt werden als Neue. Man darf sie also weder starken Erschütterungen aussetzen, noch dürfen die Paneele in irgendeiner Art beschädigt werden. Außerdem muss im Recyclingunternehmen jedes einzelne Bauteil mit Hand auseinander gebaut werden. Maschinen würden die empfindlichen Oberflächen zerkratzen. Doch der Aufwand macht sich bei der Menge der Paneele in naher Zukunft bezahlt.
Die Messgröße der Leistung von stromerzeugenden Anlagen sind Megawatt (MW). In der Photovoltaik wird die Einheit noch mit einem Index p versehen. Somit spricht man von MWp. Der Index p beruht auf einer internationalen Norm für die Spitzenleistung eines Solarmoduls. Danach wird ein MWp von 10.000m2 Modulfläche bzw. 150 t Modulmasse erzeugt. Legt man diese Formel zugrunde, kann man abschätzen wieviele Module in den aktuellen Großanlagen verbaut werden. In Rheinlandpfalz wurde im letzten Jahr eine der größten Solaranlagen Deutschlands fertiggestellt. Diese Anlage soll im Endausbau eine Spitzenleistung von 4,5 MW erreichen. Somit wurden also 45.000m2 Modulfläche oder 675t Modulmasse verbaut.
Es stellt sich die Frage, wer die Verantwortung übernimmt, damit alte Solarzellen wirklich dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Ein Ansatz ist, die Hersteller in die Verantwortung zu nehmen. Hier müsste jedoch erst eine Instanz geschaffen werde, die die sogenannte Produzentenhaftung überwacht. Eine andere Möglichkeit eröffnet sich über die Wartungsfirmen. Diese kommen regelmäßig beim Kunden vorbei und sehen somit gleich, wann ein Modul ausgedient hat.
Bis jetzt wurden die größten Solaranlagen Europas meist nicht in Deutschland errichtet. Die größten Solarparks stehen momentan in Spanien. Dort wurden bis jetzt noch keine Anstrengungen unternommen die Entsorgung der Bauteile zuklären. Das Problem liegt darin, daß Länder wie Spanien die Paneele nicht selber produzieren. Die Produktion und das Know-How kommen aus Deutschland. Und hier muss auch über das Recycling nachgedacht werden. Mit den Solarpaneelen kann das Know-How über die neuen Recyclingsysteme in andere Länder exportiert werden.
Tags:erneuerbare Energien, Recycling, UmweltVerwandte Artikel
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