Breitband und Mobilfunk wachsen, Festnetz stagniert.
Kabelsalat bei der Förderung des Breitbandausbaues in Deutschland. FOTO: www.pixelio.de
Der Verband für Festnetz-, Mobilfunk- und Mehrwertdienste, VATM, sieht im Markt einen Rückgang von 2% in 2009 . „Es werden aber keine Verluste erwartet“, so Verbandspräsident Eickers anlässlich der jährlichen Pressekonferenz des Verbandes.
Die Umsätze 2009 in Höhe von 62 Mrd. € werden sich 2010 insgesamt auf gleichem Niveau bewegen. Die Nachfrage weist allerdings starke strukturelle Verschiebungen zwischen klassischer Telefonie, DSL-, Breitband- und Mehrwert-Diensten auf. Die Mehrkosten können durch höhere Effizienz – zum Vorteil der Kunden – aufgefangen werden.
Die Mitarbeiterzahl ist bei der Deutschen Telekom weiter auf 115.400 gesunken; bei den Wettbewerbern annähernd konstant geblieben. Die Investitionen sind mit 5,9 Mrd. € auf dem niedrigsten Stand seit 11 Jahren. Bemerkenswert ist, dass 58% der Investitionen von den Wettbewerbern getätigt wurden.
Die Wertschöpfung der Wettbewerber der Deutschen Telekom steigt, trotz stetig steigender Effizienz nur sehr geringfügig, weil die Kosten der Reseller für die Vorleistungen der Deutschen Telekom praktisch konstant bleiben.
Breitband wächst - Festnetzdienste rückläufig
In 2009 spielte die Deutsche Telekom (DT) mit einem Umsatz von 19,8 Mrd. € im Festnetz und 7,2 Mrd. € beim Mobilfunk im Gesamtmarkt von 62 Mrd. € immer noch die „erste Geige“. Der Rückgang von 8,4 % bei direkten Festnetzdiensten betrifft allerdings nur die DT. „In 2009 verliert die DT erneut ca. 2,2 Mio Anschlüsse im Festnetz.“, erläutert Prof. Dr. Thorsten Gerpott von der Uni Duisburg/Essen. Die Wettbewerber hingegen konnten ihren Anteil an Festnetzanschlüssen ausbauen. Doch auch hier verdient die DT mit. „Von jedem Euro Umsatz der Wettbewerber erhält die DT 67 Cent.“ stellt Prof. Gerpott fest.
Breitbandanschlüsse waren in den letzten Jahren durch ein fast exponentielles Wachstum gekennzeichnet. In 2009 nahm die Anzahl der Anschlüsse wiederum 20% zu. In den nächsten Jahren wird jedoch eine Sättigung eintreten. Der Kunde fragt allerdings zunehmend Bandbreiten größer als 2 MBit/s nach, um neue Anwendungen, wie TV- und Datendienste damit realisieren zu können. Das Verkehrsvolumen steigt 2009 um 38 % auf 3,3 Mrd. GB und das monatliche Datenvolumen je Nutzer um 22 % auf 11,5 GB.
Mobilfunkmarkt wächst – Mehrwertdienste stagnieren weiter
Das Verkehrsvolumen im Festnetz bleibt auch weiterhin nahezu konstant. Mobilfunk wird stärker wachsen als bisher. Der Die Endkundenpreise werden 2010 ca. 5 % fallen. Der Gesamtmarkt wird konjunkturbedingt schrumpfen. Die Dynamik im Markt und die Wettbewerbsintensität werden aber ungebrochen hoch bleiben.
Im Gegensatz zum rückläufigen Verkehrsvolumen im Festnetz stehen Wachstumsraten von 20% pro Jahr beim Mobilfunk. Auch hier geht das Wachstum an die Wettbewerber der DT.
Die Umsätze und Nutzung von Mehrwert- und Auskunftsdiensten sind weiterhin stark rückläufig. Dieser Trend wird sich durch die Zunahme von DSL- und Breitbandanschlüssen noch verstärken. Eine Auskunft über das Internet ist schneller, umfassender und kostenlos. „Die Dienstleister müssen ihr Geschäftsmodell schleunigst überdenken.“ rät Verbandspräsident Eickers.
Keine staatlichen Regulierungen erforderlich
Staatliche Regulierungen müssen dort greifen, wo sie erforderlich sind. So sollten „klare Zugangsregeln für die Wettbewerber zum Netz der DT geschaffen werden und der Zugang zu den Kabelverzweigern der DT für Wettbewerber möglich sein.“ fordert Eickers. „Die bestehenden Entgeltregeln für die Netznutzung hingegen sind wettbewerbsfeindlich.“
Die Fördermittelbereitstellung für den Breitbandausbau ist ein sehr intransparenter Prozess und behindert so den dringend erforderlichen Netzausbau. WIMAX ist keine zukunftsfähige Alternative zum Glasfasernetz. Es wird deshalb noch lange dauern, bis die „Weißen Flecken“ im ländlichen Raum verschwinden.
Tags:Breitband, Festnetz, Mobilfunk